Die zweite Herbstferienwoche führte uns auf eine spannende Reise durch die Geschichte und das Leben in Erlbach – vom geheimnisvollen Miriquidi, dem mittelalterlichen „Dunkelwald“, bis in die heutige Zeit.
Am ersten Tag tauchten wir im dunklen Adlerhorst bei Kerzenlicht und Wolfsgeheul in die Welt des Miriquidi ein. Wir lernten seine Bewohner kennen, erfuhren, warum Menschen einst in diesem dichten Wald siedelten, und begaben uns auf die Spuren des Mittelalters und des Ersten Berggeschreys. Erlbach entstand im 12. Jahrhundert als Waldhufendorf. Wir lernten weitere Dorfformen kennen, bauten Runddörfer, Haufendörfer und Streusiedlungen nach und überlegten, warum sich diese unterschiedlichen Siedlungsformen entwickelt haben.
Am zweiten Tag stand das Leben in Erlbach zwischen 1850 und 1920 im Mittelpunkt. Wie gestaltete sich der Alltag auf einem Bauernhof? Wie wurden Lebensmittel ohne Strom haltbar gemacht und welche Tiere hielt man zu welchem Zweck? Wir erfuhren, wie sich das Dorf seit dem Mittelalter weiterentwickelt hatte und warum es bereits früh eine Bahnstrecke bei Erlbach-Kirchberg gab.
Mit alten Fotografien machten wir uns am dritten Tag auf den Weg durch Erlbach. Wir suchten die früheren Gasthöfe! Leider gibt es keinen Gasthof mehr, in dem wir eine Limonade trinken können. Wir verglichen historische Ansichten mit den heutigen Häusern und entdeckten, wie sich die Häuser und Straßen im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Der vierte Tag führte uns auf einen Biohof. Dort begegneten wir Schweinen mit ihren Ferkeln, einem stattlichen Eber, Schafen, einem aufgeregten Schafbock, Jungbullen und einem besonders verschmusten Hund. Außerdem machten wir uns auf die Suche nach dem ehemaligen Freibad und entdeckten das frühere Badgelände. Bei alten Kinderspielen und gemeinsamem Stockbrot ließen wir die Projektwoche gemütlich ausklingen.
So ging eine abwechslungsreiche Woche voller Entdeckungen, spannender Geschichten und lebendiger Begegnungen zu Ende. Wir lernten Erlbach aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennen und konnten erleben, wie eng die Geschichte unseres Dorfes mit dem Leben der Menschen, der Landwirtschaft und der Landschaft verbunden ist.
Im Rahmen des Projekts haben wir das Dorf aus Tüchern, Filz, Holzhäusern, Bäumen und vielem weiteren Zubehör nachgebaut.
In kurzen Interviews berichteten die Kinder, was sie besonders spannend fanden.
Ein Mädchen erzählt: „Ich wusste noch nicht, dass es hier früher einen Miriquidi (Dunkelwald) gab und dort so viele Tiere lebten. Braunbären, Wölfe und Truthähne!“
Ein anderes Kind berichtet: „Die Häuser waren anders aufgebaut. Es gab keinen Strom und im Haus einen Kühlraum statt eines Kühlschranks.“
Ein Junge erinnert sich besonders an die Kuhfladengeschichte: „Die Menschen haben sich in warme Kuhfladen gestellt, um ihre Füße zu wärmen!“
Einige Kinder finden es schade, dass es kein Freibad mehr gibt. So gut wie alle Befragten waren von der Geschichte des Dunkelwaldes fasziniert. Ein Junge findet es außerdem spannend, dass es früher ein Gerichtsgebäude im Ort gab.
Mit dem Blick der Kinder: Was braucht das Dorf?
Auf die Frage „Stell dir vor, du bist jetzt der Chef oder die Chefin im Dorf: Was braucht das Dorf?“ hatten die Kinder naheliegende Ideen:
„Ein Einkaufsladen wäre gut, wie früher. Da gab es einen Bäcker und einen Fleischer.“
„Eine Apotheke oder einen Arzt könnte es auch wieder im Ort geben. Dann müssen wir nicht so weit fahren.“
„Ein Freibad, wie es früher schon einmal eines gab, wäre wieder schön für alle. Auch ein Gasthaus wäre gut, denn davon gab es früher ja sehr viele.“
Eine Woche Projektarbeit – was hat euch am Projekt am besten gefallen?
„Das Anmalen der kleinen Holzhäuser war großartig, und es hat Spaß gemacht, die Modelle der verschiedenen Dorfformen zu bauen.“
„Wir haben verschiedene Geschichten über Erlbach gehört. Auch die Wanderung durch den Ort mit den alten Bildern zu den Gaststätten war super.“
„Am letzten Tag hat mir der Ausflug zum Biohof am besten gefallen. Außerdem war es toll, dass wir auf dem Badgelände am Feuer Stockbrot gegessen haben.“
Vielen Dank an alle Kinder für die Beantwortung der Fragen und an die beiden Mädchen, die uns als Reporterinnen unterstützt haben!